Auf die Strasse für unsere Versammlungsfreiheit ! | Bayern als das Vorbild für verfassungswidrige Gesetzgebung in den Fokus der Kritik rücken ! | Großkundgebung von ver.di (DGB) am 21. Juni, München

June 19, 2008 by testifynow

Gegen den Entwurf zum bay. Versammlungsrecht !Bereits am 31. Mai demonstrierten in der Landeshauptstadt etwa 2500 Demokratinnen und Demokraten gegen den Gesetzentwurf der bayerischen Landesregierung zu einem neuen Versammlungsrecht [Info] . Seit der Föderalismusreform ist Versammlungsrecht Ländersache, Bayern will wohl als Vorbild für andere Bundesländer dienen; bei Gesetzgebung, die gegen jegliche demokratische Grundrechte, die Verfassung und das Grundgesetz verstösst !
Wer auf den Informations-Seiten der Gewerkschaften den Entwurf in Original-Fassung liesst, erkennt sogleich die schwammig formulierten, sog. “Knüppelparagraphen“. Sie sind Auslegungssache und öffnen somit der Polizei Tür und Tor, im wörtlichen Sinne, jegliche Versammlungen (auch in geschlossenen Räumen) nahezu willkürlich einzuschränken, aufzulösen, zu attackieren oder im Vorfeld erst gar nicht zu erlauben. Der Begriff “Versammlung” an sich ist im Entwurf dagegen sehr eindeutig formuliert: Zwei Menschen, die sich laut über Politik unterhalten, sind bereits eine Versammlung.
Das Motto “Black is Beautiful” vom 31. Mai richtete sich noch eindeutiger gegen das im Entwurf enthaltene “Militanzverbot“. Das diese Demonstration unter diesem Motto stand und vom sog. “schwarzen Block” dominiert war, liegt auf der Hand. Schliesslich zielt dieses Verbot genau auf jene Demonstranten mit Sonnenbrille und Kapuze ab.

Eine Rednerin der Grünen machte bei ihrem Beitrag auf der Abschlusskundgebung am 31. Mai große Hoffnung. Während viele davon ausgehen, dass sich das Gesetz nicht mehr aufhalten lässt, erläuterte sie die verbliebenen Möglichkeiten, den Entwurf zu kippen. Bedingung seien jedoch noch breitere Unterstützung der Wähler, um der CSU im Landtag keine Beschlussfähigkeit mehr zu ermöglichen. Es braucht deshalb ein noch größeres Engagement, das die bayerischen Wähler informiert oder gar motiviert, sich an Aktionen gegen das Gesetz zu beteiligen. Dass dieses Vorgehen funktioniert, zeigt die erwartete Teilnehmerzahl zum 21. Juni, die um einiges höher ist als bei der Demonstration “Black is Beautiful”.

Deshalb: Nicht nur, um uns persönlich gegen das Gesetz zu artikulieren, sondern auch um mehr Bayern zu informieren und auf die Strasse zu bekommen, rufen wir auf:

Beteiligt euch an der Großkundgebung von ver.di am 21. Juni in München !

StadtplanLos geht’s um 11 Uhr vor dem DGB-Haus, Schwanthalerstrasse 64

Treffpunkt für Passauer: 7:50 Uhr am Hbf Passau

Vom Münchner Hauptbahnhof sind es nur etwa 10 Minuten Fussweg (siehe Skizze links, zum Vergrößern anklicken! ) .

Links: Verdi-Mobilisierung | Mobilisierungs-Flyer (pdf) | www.versammlung.blogsport.de | www.demorecht.de

Passauer Abiturienten und die Polizei

June 18, 2008 by testifynow

Abiturienten und die Polizei am InnNachdem die letzten Prüfungen zum Fachabitur abgelegt waren, feierte dies ein Großteil der Absolventen an der Idyllischen Inn-Promenade. Es dauerte nicht lange, bis zwei Streifenwägen der Polizei auffuhren. Und die Beamten baten die Schüler darum, wo anders zu feiern.

3 Events am 31. Mai:

May 26, 2008 by testifynow
  • Demo am 31. Mai gegen das neue Versammlungsrecht !Black is Beautiful: Gegen das neue Versammlungsrecht | München: Mit dem neuen Gesetzentwurf zum Versammlungsgesetz besteht die Gefahr, dass Demonstrationen, Streiks und ähnliche Veranstaltungen künftig noch stärker von Polizeiwillkür getroffen werden können. Weit schlimmer: das Gesetz gibt der Polizei Rechte, mit denen sie ihr unangenehme Versammlungen (übrigens auch in geschlossenen Räumen) recht leicht verhindern oder auflösen kann.
    Gegen Nazis kann das Gesetz zwar auch angewandt werden, doch ob dies geschehen würde, unterliegt weitgehend der Willkür der Polizei und Ordnungsbehörden.
    Auch seitens der Gewerkschaften gibt es großen Widerstand gegen den Gesetzentwurf. Verdi hat eine eigene Kampagne “Rettet die Grundrechte” gestartet. In München wird am 21. Juni erneut gegen das neue Versammlungsrecht demonstriert. Die Demonstration am 31. Mai hingegen wird wohl vom ’schwarzen Block’ dominiert sein. Auch der Aufruf ist um einiges aggressiver.
    Passau beteiligt sich an dieser Demonstration, in deren Aufruf nahezu zu Unordnung und Chaos aufgerufen wird. Los geht’s in München um 14 Uhr, Geschwister Scholl Platz (U3/U6 Universität)

    Zug: Treffpunkt 10 Uhr Bhf Passau | Abfahrt 10:21, München an: 12:36 ( -> Zugfahrplan) | dann: U-Bahn mit Bayernticket
    Wieder gilt: [ Build a team | buy a ticket ! ]

    Mehr Infos: Mobilisierungsvideo | Mobilisierungsseite zur Demo am 31. Mai und Blog mit Informationen zum Entwurf | Aufruf der Antifa-NT (Antifa München) | Infos auf antifa.de | Gewerkschaftsengagement durch verdi | DGB-Flugblatt zum Versammlungsrecht (Aufruf 21. Juni) | Gesetzestext (Gegenüberstellung altes Recht und Entwurf) | Wiki des Arbeitskreises “Versammlungsrecht”
  • Gegen den Notstand der Republik und die Bundeswehr in der Regierung | Regensburg

  • Gegen die Vorratsdatenspeicherung und Stasi 2.0 | bundesweit

‘Mahnwache’ zur Leugnung der Befreiung Deutschlands am 23. Mai in Fürstenzell: NPD in Passau immer aktiver !

May 18, 2008 by testifynow

Mit Sorge beobachten Antifaschistinnen und Antifaschisten aus dem Raum Passau die immer weiter steigende Aktivität und öffentliche Präsenz des NPD-Kreisverbandes Passau. Wiederum in Fürstenzell, einem Ort, wenige Kilometer von Passau, an dem sich die NPD immer mehr niederlässt, tritt die Partei am 23. Mai erneut für alle sichtbar in Erscheinung: Mit einer ‘Mahnwache’ am Kriegerdenkmal soll geleugnet werden, dass Deutschland am 8. Mai ‘45 befreit wurde. Die NPD wird in Fürstenzell die volksverhetzerische Lüge aussprechen, Deutschland sei am 8. Mai besiegt und besetzt, das Deutsche Volk geschändet und gequält worden.

Die deutsche Politik wäre im Stande, die neo-faschistische Partei zu verbieten, jedoch setzt sie wegen der skandalösen Verwicklung von Ermittlern in die Kreise der Partei und ihrer Szene eine solches Verbot bis heute nicht um. Ausgerechnet von der deutschen Politik allein gelassen, bei der Ausrottung von Nazismus und Faschismus nach dem Potsdamer Abkommen, bleibt nur der Aufruf an die Fürstenzeller BürgerInnen, sich weiterhin kontinuierlich gegen die Anwesenheit der NPD in ihrem Ort zu engagieren; Und zwar genau so, wie sie es bisher taten: Fast beispiellos aktiv für eine Marktgemeinde ! Es sind nicht Antifa und engagierte Jugendliche, die es alleine schaffen würden, Wurzeln der Neonazis im Raum Passau zu vernichten! Auch nicht der Bürgermeister und schon gar nicht die Polizei richten viel aus. Fürstenzell könnte am 23. Mai, an dem Tag der NPD-’Mahnwache’, das Kriegerdenkmal erneut verhüllen; So, wie es auch bei der letzten Kundgebung der NPD schon der rechten Propaganda wirksam entzogen wurde . . .

Soli-Erklärung mit Schulstreik in Berlin | 22. Mai | ‘ als Passauer was abschauen … ‘

May 17, 2008 by testifynow

Bildungsblockaden einreissen !Unter dem Motto “Bildungsblockaden einreissen !” gehen am 22. Mai die Berliner Schüler auf die Strasse. Zum wiederholten Male streiken Tausende, die an diesem Tag einfach nicht zur Schule gehen und gemeinsam in der Stadt ihre Kritik und den Forderungen an die Bildungpolitiker Ausdruck verleihen.

” Viele haben den Glauben daran verloren, dass ihre Schulbildung sie einmal dahin bringen wird, wovon sie träumen. “

  • Abschaffung aller Studiengebühren !
  • reale Lernmittelfreiheit !
  • Abschaffung der Benotung durch Zahlen und Punkte !
  • Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems !
  • reale Mitbestimmung im Schulalltag !
  • soziale Gleichheit in der Schule: reiches Deutschland, höherer Bildungsetat !
  • Kleinere Klassen und selbstbestimmtes Lernen !
  • Integrationsförderung von SchülerInnen mit “Migrationshintergrund”
  • Schaffung von Perspektiven, abseits von Arbeitslosigkeit und 1-Euro-Jobs

Passauer Autonome Jugendliche, unter ihnen Schüler, Studenten und Azubis, solidarisieren sich mit den Berliner Schülern und Studenten und unterstützen sie in ihren Forderungen ! Ähnlich frustriert, verärgert und entschlossen, auch an Passauer Schulen öffentlich wirksam eigene Forderungen zu artikulieren, werden sie sich als Passauer vom diesjährigen und den vergangenen Berliner Streiks was abschauen; Auch wenn man bis zum bundesweiten Schulstreik, der schon am 12. Juni stattfindet, in Passau nichts gleichwertiges auf die Beine stellen wird.

8. Mai – Tag der Befreiung

May 8, 2008 by testifynow

8. Mai - Der Krieg ist aus !Passt bitte auf, es könnten Nazi Propaganda Delikte geplant sein.

“Befreiung vom Nationalsozialismus ist eine Kernaussage der nationalen Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland.”

In der Tradition der von Bundespräsident Richard Weizsäcker am 8. Mai 1985, anlässlich des 40. Jahrestages des Kriegsendes, gehaltenen Rede wird darunter die Beseitigung der nationalsozialistischen Herrschaft und das Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland verstanden.
Damit wurden insbesondere in Westdeutschland nicht länger die in der Nachkriegszeit und vor allem im Kalten Krieg für dieses Ereignis verwendeten Begriffe „Kapitulation” oder „Niederlage” in den Mittelpunkt der Erinnerung gestellt, sondern die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur wie der Holocaust und die Errichtung einer freiheitlichen Demokratie in Westdeutschland nach 1945.
In der DDR wurde die „Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus” in Erinnerung an den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung gefeiert.
1950 bis 1966 war dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag.[1]

Im 8. Mai 1945 einen Tag der Befreiung zu sehen, gehört heute zum politischen Konsens. Andere Einschätzungen, die den 8. Mai 1945 vorrangig als Beginn der Besatzungszeit interpretieren, gelten heute als Geschichtsrevisionismus. Ihre Vertreter werden dem Rechtsextremismus zugeordnet.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Befreiung_vom_Nationalsozialismus

Haltet Passau sauber: Rechtsextreme Kleberei entfernen !

May 5, 2008 by testifynow

Seit den letzten Tagen kleben in der gesamten Passauer Innenstadt unübersehbare Massen an Aufklebern mit rechtsradikalem Inhalt. Die meisten sind von der NPD und ihrer Jugendorganisation JN. Neben der Forderung nach ‘nationalem Sozialismus’ wird auf ihnen u.a. die Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus durch die Aliierten am 8. Mai ‘45 geleugnet.

Rechtsextreme, Neonazistische und Faschistische Gedanken müssen in Passau endlich entschlossen bekämpft werden ! Der erste Schritt ist, die Propaganda der dahinter stehenden Organisationen zu verhindern !

  • Deshalb rufen wir die Bundespolitik auf, endlich neofaschistische Organisationen und Parteien, allen vorran die NPD, zu verbieten; anstatt ihnen auf einer demokratischen Basis Freiräume zu schaffen ! Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen !
  • Und deshalb rufen wir euch auf: Haltet Passau sauber:

Keine Chance den NPD-Plakatieraktionen !

[ Find 'em !| Fuck 'em !| Renew 'em !]

(Bilder vom Passauer Ludwigsplatz und der FuZo, 5. Mai 2008)

Find 'em - Fuck 'em - Renew 'em !

Revolutionärer 1. Mai // Kämpfe, Arbeiterklasse – weltweit, überall und Nazifrei ! // Naziaufmarsch Nürnberg verhindern !

April 23, 2008 by testifynow

Heraus zum Revolutionären 1. Mai ! Dem Karl Liebknecht, dem haben wir’s geschworen . . . “
Mehr als 100 Jahre feiert die internationale Arbeiterbewegung den 1. Mai als “Tag der Arbeit”. Mehr als 100 Jahre “Kampftag der Arbeiterklasse“. Am Beginn des 21. Jahrhunderts stehen die Gewerkschaften vor großen Herausforderungen im Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Die Gewerkschaftsbewegung wird auch in Zukunft auf Symbole nicht verzichten können. Der “Tag der Arbeit” spielt hier eine wichtige Rolle.
Bundesweit an jedem Ort, auch in Passau, werden am 1. Mai 2008 Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit, gegen Imperialismus und Militarismus und weitere Interessen des Proletariats stattfinden. Die meisten der Demonstrationen werden von gewerkschaftlicher Seite organisiert, der DGB stellte den diesjährigen ersten Mai unter das Motto ‘ Gute Arbeit muss drin sein !

Naziaufmärsche
An diesem symbolischen Feiertag, der eigentlich den sozialen marxistischen Interessen der arbeitenden Bevölkerung gewidmet ist, marschieren Nazis erneut provukant auf. Die NPD mobilisiert bundesweit nach Hamburg und nach Nürnberg. In Nürnberg zeigte die Politik kaum Interesse daran, den Nazi-Aufmarsch nicht zu erlauben. Die Verkehrsbetriebe stellen Sonderbüsse und -züge für die Faschisten. Der Aufmarsch steht unter dem Motto ‘Sozial geht nur national‘. Schon bei diesem kaum gedeckt Nationalistischem Motto, gerade an diesem Tag, wird klar, worum es der Linken auf den Deutschen Strassen am 1. Mai neben sozialer Gerechtigkeit und Antimilitarismus noch gehen muss: Praktisch gelebter Antifaschistischer Widerstand !

Naziaufmarsch Nürnberg verhindern !Für uns Passauer heisst das konkret: 1. Mai Demo // Nürnberg // Naziaufmarsch verhindern! // Mit allen Mitteln: ‘Erster Mai? Nazifrei!’

Maidemo PASSAU
[ Treffpunkt wird vom DGB noch bekannt gegeben ]

Maidemo Regensburg
[ 9 h | Gewerkschaftshaus | Richard-Wagner-Str 2 ]
Zug: ab PA Hbf 6:15 – an Plattling 6:51 – ab 7:04 – an Rgb 7:52 – 5 Min Fussweg

Maidemo Nürnberg
ab 13 Uhr // Blockade des Nazi-Aufmarsches !
[ Maidemo der Gewerkschaften (DGB) | 10.00 h | Maffaiplatz ]
[ Antifa-Demo gegen Nazi-Aufmarsch | 10.30 h | Gostenhofer Hauptstraße, Ecke Bauerngasse ]
[ 12 Uhr | Kundgebung und Kunstaktion | Bündnis gegen NPD-Aufmarsch | Ziegelsteinstraße/Ecke Äußere Bayreuther Straße ]
Zug: ab PA Hbf 6:15 – an Plattling 6:51 – ab 7:04 – an Rgb 7:52 – ab 8:32 – an Nbg 10:22 – U-Bahn U1
siehe: Jingle | Flyer | antifa.de | redside.tk | 1mainazistopp.blogsport.de | nazistopp-nuernberg.de | 1mai.blogsport.de
Ermittlungsausschuss: 0175 / 37 15 15 9

Maidemo Hamburg
// Nazi-Aufmarsch verhindern !
Infos auf: antifa.de | antifahamburg.blogsport.de | antifainfo.de

Maidemo BERLIN – X|BERG
Infos: Moblisierungsvideo | antifa.de: Privatisierung stoppen !Aufruf der ARAB | (Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin)

Naziaufmarsch Nürnberg verhindern !Passau goes Nürnberg
Wer nicht lokal die Demo von Gewerkschaften und co in Passau unterstützen will, ist aufgerufen, mit den Passauer Reisegruppen nach Nürnberg zu fahren und dort den Nazi-Aufmarsch zu blockieren.
Kleiner Tipp für Nürnberger: Einen Tag vor der Demo, 30. April, musikalisches Warm-Up: Camarada Kalashnikov (HC-Punk aus Spanien), Adjudgement (HC aus Hannover) und Azrael (Punk aus Frankfurt) rocken mit Aftershowparty! Kunstverein im Z-Bau, Frankenstrasse 200, Nürnberg (U-Bahn: Frankenstrasse, 3-4 Minuten zu Fuß Richtung Südkaserne, Münchner Str., XXXLutz und Volksfestplatz, Auf der rechten Seite Frankenstr. 200 / Ecke Tirolerstr.) – Näxter Tag: 1. Mai Demo // Naziaufmarsch verhindern (panne-ev.de|kunstverein-nuernberg.de|redside.tk)

Dieser Post wird regelmässig mit neuen Informationen (Nazi-Demoroute, Links, Flyer, Fahrgemeinschaften … ) vervollständigt .

design yourself | design resistance | desgin your life !

April 13, 2008 by testifynow

der april und der mai im ZAKK: be there or be square!
‘ linke praxis und staatliche repression . was steht im neuen bayerischen versammlungsrecht ?

22.4. workshop: demo 1×1, verhalten auf demos, erste hilfe, rechtshilfe, demo selbt veranstalten und durchführen

29.4. infotag: politische gruppierungen, politische gruppen stellen sich vor, rechte strukturen in bayern, uvm.

5.5. rechtshilfegruppe passau: workshop gegen überwachungswahn

jeweils ab 14 uhr | am 5. mai um 16 uhr

im ZAKK passau | zentrum für ambulante kultur und kommunikation
unterer sand 3 – 5

Passauer Stadtrat | Bayerisch-G8 | Nürnberger Eisbär | … und die CSU

April 10, 2008 by testifynow

Die Süddeutsche titelte: Mit Oberbürgermeister Dupper soll die Blockmentalität in Passau enden

Am 5. Mai werden im Passauer Stadtrat die neuen Bürgermeister gewählt, aber nach wie vor ist offen, wer künftig an der Seite des frisch gewählten Oberbürgermeisters Jürgen Dupper (SPD) stehen wird. Nichts ist unmöglich, nachdem die CSU bei der Kommunalwahl den Posten des Oberbrügermeisters und drei Stadtratsmandate verloren hat, aber mit 16 Sitzen weiterhin stärkste Fraktion vor der SPD und ÖDP sein wird. Grüne, FDP und FWG haben jeweils drei Sitze ergattert. In den vergangenen Tagen wurde zwar hinter verschlossenen Türen intensiv verhandelt, aber bislang lassen die Parteien nichts nach draussen dringen. Zumindest ist ein Aufbrechen der Betonmentalität zu erkennen, die ein Markenzeichen der Ära Zankl war. Unter dem OB Albert Zankl (CSU) hatte sich im Stadtrat ein starres Machtlager gebildet. CSU, FDP und Freie Wähler regierten mit einer hauchdünnen Mehrheit, aber dafür als eisener Block, der den eigenen Willen über alles stellte.
Der neue OB Dupper lotete bisher in Gesprächen mit CSU, ÖDP und Grünen seine Möglichkeiten aus, mit den Freien Wählern und der FDP wird er demnächst reden. Die entscheidende Frage wird allerdings sein, wie sich die CSU positionieren und wer die Bürgermeister stellen wird. Noch fremdelt die CSU in ihrer neuen Rolle. Die alte Garde will weitermachen wie bisher, die jungen Stadträte suchen dagegen einen Neuanfang. Der Passauer CSU-Chef Waschler sagt, Massstab der künftigen Politik und Grundlage aller Gespräche sei die weitere Konsolidierung des Haushalts. Aufschlussreich wird sein, wer sich bei der ersten Sitzung am 21. April als künftiger CSU-Franktionschef durchsetzt.
Ob in Gesprächen mit OB Dupper eine grosse Koalition zwischen CSU und SPD geschmiedet wird, ist offen. Die SPD brächte auch mit der ÖDP und den Grünen eine knappe Mehrheit zusammen. Dupper sagt allerdings: “Eine Mehrheit mit 23 von 45 Stimmen strebe ich nicht an. Ich hätte gerne eine breitere Basis.” Er geht davon aus, dass es im neuen Stadtrat ein besseres Klima und eine bessere Zusammenarbeit geben wird. Eine Blockbildung wie bisher lehnt Dupper ab. Schwierigkeiten könnte allerdings der alte OB Albert Zankl machen. Er kündigte an, er wolle im Stadtrat bleiben – was selbst die CSU überrascht hat.

Während im Stadtrat alles unklar ist, läuft im Passauer Messepark die Dreiländermesse. Das OpenOffice-Projekt musste seine Pläne zu einem Info-Stand auf der Messe aufgeben, als die Standgebühren ausgeschrieben wurden. Gegen horrendes Eintrittsgeld kann man sich dort nun stattdessen von der Bundeswehr über Karrieremöglichkeiten ‘informieren’ lassen oder exotische Tiere anfassen.

Deutlich mehr tierisches Aufsehen als die Passauer Messe erregte der Nürnberger Zoo. Dort lief die weltweite Medienmaschinerie an, denn ein Eisbärenbaby hatte seinen Auftritt. “What makes Flocke so interesting for Japanese people?”, fragte Fernseh-Reporter Peter Sauer einen Kollegen vom japanischen Fernsehen – der konnte es ihm auch nicht erklären. Die Japaner sind ja nicht gerade als die Frontleute des Artenschutzes bekannt; vielleicht hätte man den Mann aus Tokio eher fragen sollen, warum er keinen Film über kleine Walfische dreht, die sind bestimmt auch ganz süss.
Eine geschlagene Stunde lang sendete das Bayerische Fernsehen live aus dem Nürnberger Zoo, da konnte es nicht ausbleiben, dass auch ein CSU-Politiker befragt werden musste, in diesem Fall Umweltminister Otmar Bernhard. Der fand Flocke auch ganz ausserordentlich attraktiv, “denn es gelingt uns ja nicht oft, die Herzen zu erringen”. Da hat er Recht, besonders in den letzten Monaten ist das der CSU nicht so oft gelungen. Das letzte Mal, als in Bayern ein Bär die Herzen der Menschen errungen hatte, ist ja leider was schief gegangen. Erstaunlich, dass nicht auch Professor Oberreuter befragt wurde, wie man Flocke am besten für die CSU nützen könnte. Bernhard sagte dann noch, das grosse öffentliche Interesse für Flocke sei eine Chance “für den Schutz der Tiere, und damit für den Tierschutz”. Knallharte Aussage, solche Minister braucht das Land !
Eine Stunde lang über nichts anderes zu berichten, als dass ein Eisbärenbaby über die Wiese hoppelt, das ist hartes Journalistenbrot! Gottseidank hüpfte das Tier wenigstens mal ins Wasser. Und stieg auch wieder raus . . .

Doch für die CSU ist weder Flocke noch der Kabinettsbeschluss zum achtstufigen Gymnasium der ersehnte Befreiungsschlag. Für die Partei bleibt die Schulpolitik weiterhin ein grosser Schwachpunkt. Stunden- und Stoffkürzungen mögen zwar kurzfristig den Protest der Eltern verstummen lassen. Doch werden die Korrekturen wenig zur Entlastung der Schüler beitragen. Denn das achtjährige Gymnasium ist ein Leistungsbetrieb, den nur ein Drittel der Schüler mühelos durchläuft. Damit mehr Kinder die Anforderungen bewältigen können, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Staatsregierung kürzt spürbar an Stunden und Stoff und nimmt Qualitätseinbussen in Kauf, oder sie baut die Intensivierungsstunden aus und beschränkt Klassengrössen auf 25 Schüler.
Kultusminister Schneider kann sich für keinen Weg entscheiden. Letztlich überlässt er es jetzt den Schulen, ob sie kürzen wollen. Denn er weiss nicht, wohin er mit dem Gymnasium will. Was soll es in Zukunft leisten? Welche Rolle soll es spielen? Statt dessen doktert die Staatsregierung weiter an den Symptomen herum und fasst Beschlüsse zur Schulpolitik, die sie in aller Regelmässigkeit wieder ändern muss. Gestern war es das Grundschulzeugnis, heute ist es das G8. So kommt Schneider nicht aus der Defensive heraus.
Das müsste nicht so sein, hätte der Kultusminister bildungspolitisch eine Idee. So aber beschränkt er seine Politik ohne Not darauf, Bestehendes zu verteidigen, bis der Widerstand zu gross wird. Erst dann handelt er, doch stets auf die Gefahr hin, sich zum Handlanger von Interessengruppen zu machen: Früher bestimmten die Philologen die Schulpolitik in Bayern, jetzt sind es die Elternverbände. Purer Aktionismus kann aber den fehlenden Willen zur Gestaltung nicht ersetzen.