Passauer Fahrpreise hoch | Neues ‘Angebot’ für Jugendliche zu teuer !

By testifynow

Kaum ein Jugendlicher macht in Passau nicht regelmäßig schlechte Erfahrung mit Leuten und deren Institutionen, die letzendlich das Sagen haben. Das läge in der Natur der Sache, jedoch ist es umso scheinheiliger, wird doch in Passau von allen Seiten scheinbare Sympathie und Bereitschaft zur aktiven und konstruktiven Auseinandersetzung mit der Jugendszene signalisiert. Beispiele, bei denen genau dies nicht stattfindet, gibt es in der Dreiflüssestadt zu genüge:
Sei es das Thema “Skaten in der Innenstadt” als Dauerbrenner; Sei es der Umgang mit Mädchen und Jungs, die vor Langeweile, mangels Freizeitbeschäftigung oder wegen der Gemütlichkeit an der Innpromenade “lungern”; Sei es der Umgang mit Jugendlichen, die sich politisch bilden wollen und danach leben, oder sei es das Verhalten der Stadt auf einer von jungen aktiven Passauern organisierten Demonstration, die Oberbürgermeister Dupper (SPD) mit Hilfe der PNP in der Öffentlichkeit als seine Initiative darstellt … obwohl er, lobenwerterweise, eigentlich nur dem Aufruf der Jugendlichen seiner Stadt gefolgt ist und diesen unterstützte; oder . . .

. . . sei es das schon seit der Umstrukturierung des Bussystems in Passau umstrittene Angebot an Busfahrkarten für junge Menschen, speziell SchülerInnen und StudentInnen. Bei diesem Thema hat sich nun zumindest einmal die Niederbayerische Regierung eingemischt. Sie zwingt die Stadtwerke dazu, für SchülerInnen Wochenkarten anzubieten, ansonsten drohen den SWP Zuschusskürzungen. Ein solches Angebot soll junge Fahrgäste entlasten; deren individuelle Freiheit in der Jugend soll nicht durch das Bezahlen der Fahrpreise eingeschränkt sein. Da sich eine junge Szene gerade in “Provinzstädten” wie Passau gesammelter und zentraler aufhalten muss, ist es für eine gut funktionierende Jugendszene unabdingbar, die Anfahrt aus äusseren Stadtgebieten (und auch vom Land ausserhalb der Stadt) ausreichend und günstig anzubieten. Unterstützung bei diesen Bedürfnissen einer Passauer Jugendkultur wäre nun tatsächlich einmal eine gelebte und nicht geheuchelte Sympathie mit einer harmonischen jungen Szene.
Unpassend zum Vorhaben, junge Menschen bei Fahrpreisen zu entlasten, ist hingegen der Vorschlag der Stadtwerke, diese Wochenkarten für 8 Euro zu verkaufen. Für drei Wochen Bus fahren in Passau müssten SchülerInnen dann 24 Euro hinlegen. Das monatliche Taschengeld vieler liegt, wenn überhaupt, gerade einmal bei 20 Euro, und viel mehr kann man als SchülerIn eigentlich auch nicht verlangen. Und so ein Taschengeld soll dann ja auch für noch deutlich mehr reichen als Bus fahren. Neben privaten kleinen Wünschen, die man sich erfüllen möchte, wollen auch Eintritte für Konzerte im Jugendzentrum und ähnliches meist nur vom eigenen Taschengeld bezahlt sein.

Häufig wird gegenargumentiert: Der Großteil der heutigen Jugend säße wohl lieber vor dem Fernseher oder spiele Play Station. Und der Aufwand, eine Jugendszene seitens der Kommune zu unterstützen, sei somit übertrieben und unnötig. Mag auch die Tatsache des TV-Konsums und der isolierten Einzelbeschäftigung einen wahren Kern haben, so wäre es umso unangebrachter, den Rest der Jugendlichen zu zwingen, sich ohne Alternative ebenfalls der Stubenhockerei hinzugeben . . .